Social Media

Fluch und Segen zugleich

Als Social Media werden allgemein digitale Medien und Technologien bezeichnet, über die man sich untereinander austauschen oder Inhalte teilen kann. Meistens besteht auch die Möglichkeit, die eigene Person im Rahmen eines Profils darzustellen, Bilder und Videos hochzuladen, Links zu teilen und sich mit anderen Nutzern zu verbinden. Der Begriff Social Media kann fast gleichgesetzt werden mit dem Begriff der Kommunikation, und zwar über mehr als nur einen verfügbaren Kanal und mit mehr als nur einer einzelnen Person. Die Kommunikation erfolgt öffentlich auf Pinnwänden, in Beiträgen und Kommentaren und jeder kann sie verfolgen. So entsteht eine neue Art der Kommunikation, bei der sich jeder beteiligen kann und die für jeden einsehbar ist.

Der Vorteil einer solchen Kommunikation gegenüber den klassischen Massenmedien wie Zeitung, Radio und Fernsehen liegt auf der Hand. Social Media stützt sich ausschließlich auf digitale Kommunikationskanäle und Anwendungen und weist relativ geringe Eintrittsbarrieren für die Nutzer auf. Meistens ist der Zugang kostenlos und unkompliziert und die Handhabung einfach und intuitiv. Auf diese Weise kann jeder mit einem Computer, Smartphone oder Tablet und einem Internetzugang Social Media Nutzer werden. Die klassischen Massenmedien benötigen hingegen umfangreiche Ressourcen und Produktionsprozesse, um Veröffentlichungen zu realisieren und nach außen zu kommunizieren. Eine Zeitung muss erst geschrieben, gedruckt und ausgetragen werden. Ein Beitrag auf Facebook mit einem entsprechenden Kommentar kann beinahe in Echtzeit im Internet veröffentlicht und von allen Nutzern wahrgenommen werden.

Wissen und Informationen gelangen schneller an die Öffentlichkeit und die ursprünglichen Konsumenten von Informationen werden nun zu Produzenten. Jeder hat aufgrund der rasanten Entwicklung von Social Media die Möglichkeit, eine breite Masse an Publikum zu erreichen. Und diese Möglichkeit wird von vielen genutzt – sei es nun privat oder um Geld zu verdienen.

Social Media Plattformen sind aus dem privaten Alltag wohl nicht mehr wegzudenken. Beinahe jeder hat wohl einen Facebook-Account und nutzt diesen zur Kommunikation mit seinen Freunden und Bekannten. Veranstaltungseinladungen werden nicht mehr per Post versandt, sondern es wird eine Facebook-Veranstaltung erstellt. Das spart Papier, geht schneller und jeder Eingeladene kann bereits im Vorfeld zu der Veranstaltung Kommentare abgeben und sich mit anderen Eingeladenen in Verbindung setzen. Über Instagram werden die eigenen Fotos mit der Welt geteilt und mit Twitter bleibt man auf dem Laufenden, ohne längere Texte lesen zu müssen.

Was im privaten Umfeld der Kommunikation und Selbstdarstellung dient, wird auch immer häufiger von Unternehmen für Werbezwecke und Außendarstellung eingesetzt. Die meisten Social Media Plattformen bieten hierfür eigene Accounts für Unternehmen und weitere – natürlich kostenpflichtige – Erweiterungen an. Wer etwas auf sich hält, hat mittlerweile eine Facebook-Seite oder einen unternehmenseigenen Account bei XING. Doch selbst wenn bei manchen Social Media Plattformen Gebühren anfallen – Marketing und Werbung über diese Kanäle ist jedenfalls kostengünstiger als beispielsweise ein Fernsehspot oder gedruckte Broschüren. Die Digitalisierung schreitet voran und löst veraltete Werbekanäle ab.

Natürlich entsteht auf diese Weise eine beinahe unüberschaubare Flut an Informationen. Hier liegt es an den Unternehmen, Social Media Strategien aufzubauen und die verschiedenen Kanäle optimal zu nutzen. Man braucht Traffic, Follower, Verlinkungen und Menschen, die den eigenen Social Media Kanal auch anderen zur Kenntnis bringen. Wer hier plötzlich im Internet berühmt oder an den Pranger gestellt wird, kann manchmal jedoch nicht nachvollzogen werden. Die Internetgemeinschaft folgt hier wohl eigenen Regeln.

Social Media Plattformen sind jedoch kein rechtsfreier Raum. Gerade die beinahe unbegrenzten Ressourcen und Möglichkeiten verleiten dazu, die Regeln der nicht digitalen Welt zu vergessen. Bei der Nutzung von Social Media sind insbesondere die Rechtsgebiete Urheberrecht, Wettbewerbsrecht, Arbeitsrecht und Datenschutzrecht betroffen, wobei hier auch einige strafrechtliche Vorschriften relevant sein können. Hochgeladene Bilder können den Urheber oder die abgebildeten Personen in ihren Rechten verletzen, Äußerungen in einem privaten Facebook-Account über den eigenen Arbeitgeber können wettbewerbswidrig sein und Kosten für den Arbeitgeber auslösen, die Nutzung des eigenen Smartphones am Arbeitsplatz kann zur Kündigung führen, die Nutzung einiger Plattformen zu Werbezwecken kann datenschutzrechtlich unzulässig sein und salopp getätigte Werbeaussagen wie „Kommen Sie zu den Besten“ können schnell zu einer Abmahnung wegen irreführender Werbung führen.

Auch wenn Social Media Plattformen viele Vorteile mit sich bringen, die Nutzung sollte wohl überlegt sein sowie strukturiert und geregelt werden. Hierzu gehören Richtlinien und Arbeitsanweisungen sowie zusätzliche vertragliche Abreden mit den Mitarbeitern. Auch die Trennung der privaten von den unternehmenseigenen Social Media Accounts ist in diesem Zusammenhang ein Thema. Nicht zuletzt geht es auch und gerade um die Sensibilisierung der Mitarbeiter im Umgang mit Social Media Plattformen – sowohl im privaten als auch im geschäftlichen Umfeld.

Mit unserer langjährigen Praxiserfahrung unterstützen wir Sie bei der rechtssicheren Nutzung von Social Media Plattformen in Ihrem Unternehmen.